Verjüngungsschnitt: radikaler Kahlschlag oder ein Drittel pro Jahr?

Verjüngungsschnitt: radikaler Kahlschlag oder ein Drittel pro Jahr?

Augusta 0 3 04:03

Alte Sträucher verlieren mit den Jahren ihre Blühfreudigkeit. Die Triebe werden immer zahlreicher, immer dünner und immer kürzer. Wer dann zur Säge greift und alles auf den Stock setzt, riskiert viel: Manche Gehölze treiben nach einem radikalen Rückschnitt nur kümmerlich wieder aus, If you loved this article and you would certainly like to receive additional info regarding mehr lesen kindly see our website. andere sterben ganz ab. Der schonende Weg sieht vor, über mehrere Jahre hinweg jeweils ein Drittel der ältesten Triebe zu entfernen. So bleibt der Strauch in Form, ohne dass er einen Schock erleidet.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Gruppen. Die eine blüht am alten Holz, also an Trieben, die bereits im Vorjahr gewachsen sind. Dazu gehören die Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) mit ihren kugeligen Blüten, die Tellerhortensie (Hydrangea serrata), die Eichenblättrige Hortensie (Hydrangea quercifolia) und die Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris). Diese Sorten bilden ihre Blütenknospen schon im Spätsommer des Vorjahres aus. Wer sie im Frühjahr stark zurückschneidet, schneidet die Blüten für das ganze Jahr ab.

Forsythien blühen am einjährigen Holz, das der Strauch im Vorjahr gebildet hat. Direkt nach der Blüte beginnt die Pflanze, neue Triebe für die kommende Saison anzulegen. Schneidet man in dieser Phase, regt das die Verzweigung an, Raumteiler ohne Sichtschutz die Anlagen für das nächste Jahr zu zerstören. Ein späterer Rückschnitt im Sommer oder Herbst trifft dagegen genau die Knospen, die bereits für den nächsten Frühling angelegt sind, und die Blüte fällt aus.

600Am schnellsten heilt ein Baum, Umweltfreundliche wandgestaltung wenn die Wulst erhalten bleibt, der Schnitt glatt ist und die Fläche klein. Das ist keine Frage des Werkzeugs oder der Jahreszeit, sondern der Position. Wer die Wulst als Markierung ernst nimmt, erspart dem Baum jahrelange Abwehrarbeit und sich selbst die Nachbesserung.

Bei alten-Holz-Sorten beschränkt sich der Schnitt auf das Nötige: im zeitigen Frühjahr, Http://Ossenberg.Ch vor dem Austrieb, werden nur erfrorene, abgebrochene oder kreuzende Triebe entfernt. Verblühte Blütenstände lassen sich bis zum ersten kräftigen Blattpaar zurückschneiden. Ein Radikalschnitt ist tabu. Ein typischer Fehler ist der Rückschnitt bis auf den Boden, weil die Pflanze angeblich „verjüngt" werden soll. Das kostet mindestens eine Blühsaison, oft mehr.

Ein häufiger Fehler ist der Schnitt mitten durch die Wulst. Er entsteht, wenn der Sägeschnitt zu nah am Stamm angesetzt wird oder wenn nachgesägt wird, obwohl die Wulst schon erreicht ist. Ein zweiter Fehler ist das Stehenlassen eines langen Stummels. Der trocknet zurück, die Wulst kann ihn nicht überwallen, und Pilze dringen über das tote Holz in den Stamm ein. Richtig ist der Schnitt direkt an der Wulst, ohne sie zu verletzen. Bleibt ein kurzer Rest stehen, weil der Ast unter Spannung steht, wird dieser Rest später nachgeschnitten, sobald die Spannung nachgelassen hat.

Was mit Wasserschossern im Laufe des Jahres passie

Ein Ast wird nicht bündig am Stamm abgesägt, sondern an der Wulst am Astansatz. Diese Wulst ist kein Fehler des Baumes, sondern ein Speichergewebe aus Kambiumzellen, das nach einem Schnitt sofort neue Rinde und neues Holz bilden kann. Wer den Ast glatt am Stamm abschneidet und die Wulst mit entfernt, zerstört genau diese Zone. Die Folge: eine offene Wunde, die nur langsam überwallt und jahrelang eine Eintrittspforte für Pilze bleibt.

Für dünne Äste bis etwa armdick reicht eine scharfe Astschere. Der Schnitt gelingt sauberer, wenn man den Ast von unten leicht einkerbt und dann von oben durchtrennt. So bricht kein Splitter in den Stamm. Bei stärkeren Ästen arbeitet man mit der Säge in drei Schritten: zuerst von unten einkerben, dann von oben weiter außen durchsägen, zuletzt den Rest am Astring abnehmen. Diese Reihenfolge verhindert, dass das Eigengewicht des Astes die Rinde am Stamm abreißt. Ein abgerissener Rindenstreifen ist eine offene Wunde, die kaum zu schließen ist.

Warum der Schnitt an der Wulst heilt und ein glatter Schnitt nicht Die Zellen der Wulst sind jünger und teilungsfähiger als das Holz des Astes selbst. Sie bilden nach dem Schnitt einen Kallus, der die Wunde von außen nach innen verschließt. Ein glatter Schnitt am Stamm entfernt diesen Gewebering. Übrig bleibt eine Fläche, auf der nur noch das ältere Kambium des Stammes reagieren kann – deutlich langsamer und oft unvollständig. Zusätzlich entsteht am Stamm eine größere Wunde als nötig, weil der Astquerschnitt samt Wulst wegfällt. Je größer die offene Fläche, desto länger dauert die Abschottung.

Wer unsicher ist, lässt eine Hortensie ein Jahr lang ungeschnitten und beobachtet, wo die Blüten sitzen. Blüten nur an vorjährigen Trieben: alte-Holz-Sorte, nur Auslichten. Blüten an langen neuen Trieben aus dem Boden: neue-Holz-Sorte, kräftiger Rückschnitt möglich. Diese einfache Beobachtung verhindert den häufigsten Pflegefehler und sorgt dafür, dass die Hortensie jedes Jahr zuverlässig blüht.

Beim Schneiden gilt: keine Säge mit zu grober Zahnung verwenden, sonst franst die Rinde aus. Ein scharfes Blatt oder eine Bügelsäge mit feiner Zahnung reicht für Äste bis etwa armdick. Bei stärkeren Ästen wird zuerst von unten angesägt, dann von oben, bis der Ast fällt. Der Reststummel wird in einem Zug bis kurz vor die Wulst durchgesägt. Danach darf nicht mit dem Messer nachgeschnitten oder die Wunde mit Baumwachs verschmiert werden. Beides stört die natürliche Wundreaktion und kann Fäulnis fördern.

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