Warum der späte Sommer mehr Schutz biet
Das zweite Auge ist nicht das erste: Fruchtbarkeit richtig lesen Viele Fehler entstehen, weil die Augen an der Basis einer Rute weniger fruchtbar sind als die mittleren. Wer nur auf die Gesamtzahl schaut, übersieht, dass das erste Auge oft blind bleibt oder nur eine schwache Traube bringt. Deshalb wird beim Rebschnitt nicht einfach gezählt, sondern differenziert: Ein kräftiger Zapfen mit fünf Augen liefert mehr Ertrag als zwei schwache Zapfen mit je drei Augen. Die Qualität der Augen – erkennbar an Dicke und Holzreife – zählt mehr als die reine Zahl.
So setzt man die Schere richtig
Himbeeren wachsen je nach Sorte unterschiedlich. Einmal tragende Sorten bilden Früchte nur an den Ruten, die im Vorjahr gewachsen sind. Zweimal tragende Sorten, oft Herbsthimbeeren genannt, tragen im Herbst an den jungen Ruten und im darauffolgenden Sommer an denselben Ruten. Wer beide Typen gleich schneidet, verliert entweder die Sommerernte oder schwächt die Pflanze. Der Schnitt muss sich deshalb nach dem Tragesystem richten.
Erst der dritte Schnitt trennt den verbliebenen Stummel direkt am Stamm. Dieser Schnitt folgt der Astringlinie, also der natürlichen Wulst zwischen Ast und Stamm. Ein Stummel von einigen Zentimetern Länge lässt sich jetzt ohne Hebelwirkung und Raumteiler ohne Sichtschutz Klemmen durchtrennen. Die Säge läuft frei, das Holz steht unter geringer Spannung, und die Rinde bleibt intakt. Ein zu tiefer Schnitt in den Stamm hinein entfernt den Wundverschluss und öffnet eine große Fläche für Fäulnis. Ein zu flacher Schnitt lässt einen Zapfen stehen, der nie überwallt wird.
Ein schwerer Ast, der ohne Vorbereitung abgesägt wird, reißt fast immer in den Stamm hinein. Das Gewicht zieht den Ast nach unten, die Säge klemmt, und die Rinde platzt dort auf, wo der Schnitt aufhört. Solche Risse sind Eintrittspforten für Pilze und Faulnis. Wer einen starken Ast mit mehr als etwa acht Zentimeter Durchmesser entfernt, sollte deshalb nicht von oben nach unten durchsägen, sondern in drei klar getrennten Schnitten arbeiten. Der Trick besteht darin, dem Ast zuerst das Gewicht zu nehmen, bevor der eigentliche Trennschnitt am Stamm erfolgt.
Viertens: Der Stamm oder der Ast neigt sich stark, weil das Kronengewicht einseitig zieht. Beim Sägen wandert der Spalt, das Holz reißt in den Stamm hinein. Ein Zugseil mit Umlenkrolle bringt die Last in eine berechenbare Richtung. Wichtig: Die Winde oder das Seil nie mit voller Kraft anspannen. Es reicht, die Spannung aus dem Holz zu nehmen, nicht den Ast zu ziehen. Ein zu stark gespanntes Seil erzeugt neue Kräfte und kann den Stamm spalten.
Der zweite Schnitt trägt das Gewicht ab Der zweite Schnitt wird von oben angesetzt, einige Zentimeter weiter außen als der erste, also in Richtung Astspitze. Beim Sägen trifft die Schnittfuge auf den unteren Einschnitt, und der Ast bricht kontrolliert ab. Der verbleibende kurze Stummel fällt zu Boden, ohne am Stamm zu ziehen. Genau hier passiert der häufigste Fehler: Wer den zweiten Schnitt zu nah am ersten setzt, klemmt die Säge ein und riskiert einen langen Rindenstreifen. Wer zu weit außen sägt, lässt einen unnötig langen Stummel stehen, der später mühsam nachgearbeitet werden muss.
Ein Ast, der unter Spannung steht, verhält sich beim Schnitt anders als ein locker sitzender. Wer das ignoriert, riskiert einen plötzlichen Ruck, ein aufreißendes Holz oder einen Ast, der unkontrolliert herabfällt. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob geschnitten wird, sondern ob zuerst gespannt, also mit einem Seil oder Gurt gesichert, werden muss. Diese vier Situationen decken die meisten Fälle im Garten und im Forst ab.
Ein häufiger Fehler ist das Überschneiden: Wer zu viele Augen stehen lässt, erntet zwar mehr, aber die Trauben reifen schlechter und die Rebe verausgabt sich. Das zeigt sich im Folgejahr durch schwache Triebe und weniger Fruchtbarkeit. Umgekehrt führt zu starker Rückschnitt zu übermäßigem Triebwachstum – die Rebe schiebt Blattmasse statt Trauben. Beide Extreme kosten Ertrag und Qualität.
Wann Zugseil und Gurt wirklich Pflicht sind Zweitens: Der Ast hängt über einer Fläche, die nicht beschädigt werden darf – Dach, Gewächshaus, Carport. Ein gespanntes Seil hält den Ast nach dem Trennen in der Luft, bis er kontrolliert abgelassen wird. Drittens: Der Ast ist bereits angebrochen, hängt aber noch im Kronenverband. Ein solcher Ast kann beim Sägen zurückschlagen. Hier wird zuerst gegen die Fallrichtung gespannt, dann mit einer Bügelsäge oder Handsäge getrennt, nicht mit der Motorsäge.
Erstens: Der Ast biegt sich nach unten und trägt Last. Typisch bei weit ausladenden Obstbäumen oder bei einem Ast, der auf einem Zaun oder einer Leitung aufliegt. Wird hier von oben durchgesägt, klemmt das Blatt ein, weil sich der Spalt sofort schließt. Zuerst wird der Ast mit einem Gurt in Zugrichtung gehalten, dann erfolgt der Schnitt in zwei Stufen: ein Entlastungsschnitt von unten, danach der Trennschnitt von oben. So bleibt das Sägeblatt frei.
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