Staudenrückschnitt nach der Blüte: der Fehler, der die Nachblüte kostet

Staudenrückschnitt nach der Blüte: der Fehler, der die Nachblüte koste…

Camille Board 0 2 05:23

Die Schnittführung selbst ist ebenso wichtig wie die Klinge. Setzt man den Schnitt direkt über einem nach außen zeigenden Auge oder einer Verzweigung an, kann der Baum die Wunde besser abschotten. Ein Stummel von mehreren Zentimetern ist eine offene Einladung für Saftfluss und Pilze. Schneidet man dagegen zu dicht am Stamm, verletzt man den Astring und die Rinde reißt. For more info on Anleitung take a look at our own web-page. Der richtige Abstand liegt bei ein bis zwei Zentimetern über dem Astring. Bei stark blutenden Arten wie Birke und Ahorn sollte man den Schnitt möglichst ganz vermeiden, solange der Saftdruck hoch ist. Wer dennoch schneiden muss, arbeitet mit einer scharfen Säge in einem Zug, ohne Hin- und Herbewegungen.

Was zurückgeschnitten wird und was stehen bleiben darf Klassisch zurückgeschnitten werden Stauden, die nach der ersten Blüte zuverlässig nachschieben: Rittersporn, Storchschnabel, Salbei und Katzenminze. Bei ihnen kürzt man den gesamten Horst um etwa ein Drittel ein, nicht nur die Blüten. Das regt kräftige Neutriebe an, die innerhalb weniger Wochen wieder Knospen tragen. Frauenmantel und Bergminze reagieren ähnlich. Achtung bei Steppenpflanzen wie Sonnenhut: Ein zu später Rückschnitt verhindert, dass die Samenstände den Winter über Vögeln als Nahrung dienen – hier bleibt der obere Teil bis zum Frühjahr stehen.

Ein weiterer häufiger Irrtum betrifft den Frost. Trockene Triebe Pflanzen im Innenraum Frühjahr sind nicht immer tot, sondern oft nur erfroren. Ein Schnitt bis ins gesunde, Raumteiler Ohne Sichtschutz grüne Holz ist dann richtig. Wer zu früh bis zum Boden abschneidet, verliert bei alten-Holz-Sorten die Blüte für die gesamte Saison. Im Zweifel gilt: erst nach dem Austrieb schneiden, wenn klar ist, welche Knospen tatsächlich leben.

Nach dem Schnitt sollten die Schnittflächen nicht mit einer dicken Schicht Mulch oder Laub abgedeckt werden. Das fördert Fäulnis an den unteren Trieben, gerade wenn die Hecke ohnehin schon lichtschwach ist. Besser ist eine dünne Schicht Kompost oder ein Verzicht auf Abdeckung. Wer die Trapezform über Jahre beibehält, bekommt eine dichte, grüne Hecke bis zum Boden, die weniger Pflege braucht als eine senkrecht geschnittene Wand.

Ein typischer Fehler ist der Einheitsschnitt für alle Hortensien im Garten. Wer im März alle Sträucher auf die gleiche Höhe stutzt, nimmt den alten-Holz-Sorten die Blüte und schwächt zugleich die neuen-Holz-Sorten, weil der Schnitt zu spät oder zu schwach erfolgt. Besser ist es, den Bestand vorher zu prüfen: Blüht die Pflanze an den Spitzen der vorjährigen Triebe, ist sie der alten Gruppe zuzuordnen. Erscheinen die Knospen erst an frischen, grünen Trieben, gehört sie zur neuen Gruppe.

Wer unsicher ist, wartet zwei Wochen und beobachtet den Neuaustrieb. Zeigen sich frische Triebe an der Basis, darf der alte Stängel weg. Bleibt alles still, lässt man den Rückschnitt bis nach dem Winter. Diese einfache Kontrolle verhindert, dass eine Staude zweimal im Jahr geschnitten wird, ohne je wieder zu blühen.

Schneiden am neuen Holz: Der unkomplizierte Fall Anders verhalten sich die Schneeballhortensie (Hydrangea arborescens) und die Rispenhortensie (Hydrangea paniculata). Sie bilden ihre Blüten erst an den Trieben, die im laufenden Jahr wachsen. Diese Sorten vertragen einen kräftigen Rückschnitt im zeitigen Frühjahr, kurz vor dem Austrieb. Ein Schnitt bis auf 30 bis 50 Zentimeter über dem Boden ist möglich und fördert sogar größere Blütenstände. Wer hier zu zaghaft schneidet, bekommt viele dünne Triebe und kleinere Blüten.

Typische Fehler sind bekannt. Viele greifen zur Astschere mit Amboss, also mit einer Gegenplatte. Diese quetscht das Holz unweigerlich, und die Rinde franst fast immer aus. Ebenso problematisch ist eine elektrische Säge mit grober Kette: Sie hinterlässt eine raue Schnittfläche und zerstört die Wundleiste. Wer den Saftfluss stoppen will, sollte außerdem nicht bei Temperaturen unter zwei Grad schneiden. Dann ist das Holz spröde, und die Rinde bricht leichter. Besser ist ein trockener Vormittag mit Temperaturen um fünf Grad.

Nach dem Schärfen folgt das Einstellen. Die Klinge muss satt an der Gegenklinge anliegen, ohne zu klemmen. Zu locker: Der Schnitt wird unsauber und quetscht. Zu fest: Die Schere lässt sich schwer öffnen und die Klingen reiben aufeinander. Die richtige Spannung lässt sich über die zentrale Schraube justieren. Eine Vierteldrehung reicht oft. Anschließend testen: Die Schere sollte einen dünnen Papierstreifen glatt durchtrennen, ohne ihn zu reißen.

Nicht abgeschnitten werden sollten alle Stauden, deren Zierwert in den Samenständen oder im Herbstlaub liegt. Gräser wie Lampenputzergras, Federborstengras oder Chinaschilf schneidet man erst im zeitigen Frühjahr zurück, weil die Halme Wasser speichern und die Pflanze vor Frost schützen. Gleiches gilt für Kugeldistel, Mädchenauge und Fetthenne: Die trockenen Blütenköpfe halten Struktur, und die Stängel dienen Insekten als Winterquartier. Wer hier im Herbst alles bodennah abschneidet, nimmt dem Beet die Silhouette und der Fauna den Unterschlupf.

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