Warum reißt die Rinde beim Saftfluss und welche Klinge hilft wirklich?

Warum reißt die Rinde beim Saftfluss und welche Klinge hilft wirklich?

Meagan Zink 0 2 05:29

Viele Fehler entstehen aus Zeitdruck oder Geldmangel. Typisch ist der Versuch, einen starken Ast mit einem Seil in die gewünschte Richtung zu ziehen, während jemand mit der Säge arbeitet. Das endet oft damit, dass der Ast unkontrolliert zurückschlägt oder die Säge klemmt. Ein anderer häufiger Fehler ist das Arbeiten ohne Sicherungsgeschirr in großer Höhe. Wer sich mit einer Hand festhält und mit der anderen sägt, hat keine Kontrolle mehr. Auch das Fällen ohne vorherige Rückweiche – ein Fluchtweg in einem Winkel von 45 Grad – ist eine unnötige Gefahr.

Für die Trapezform bedeutet das konkret: die obere Kante schmal halten, die untere Kante breit lassen, und dazwischen eine gleichmäßige Linie ziehen. Wichtig ist auch der Standort. Steht die Hecke an einer Mauer oder einem Zaun, kann nur die freie Seite trapezförmig geschnitten werden. Die Seite zur Mauer bleibt senkrecht, weil dort ohnehin kein Licht hinkommt. Wer auf beiden Seiten schräg schneidet, obwohl eine Seite verbaut ist, verliert nur Grünvolumen ohne Nutzen.

Auch der Zustand des Holzes entscheidet. Hohle Stämme, Fäulnis im Wurzelbereich, Risse in der Rinde oder ein schief gewachsener Stamm machen die Fallrichtung unberechenbar. Ein Fachmann prüft mit Klangprobe, Zuwachsbohrer oder Sichtkontrolle, ob der Baum überhaupt noch standsicher ist. Ist die Standsicherheit bereits beeinträchtigt, darf niemand ohne Absicherung und ohne zweite Person am Boden arbeiten.

Ein starker Ast lässt sich nicht einfach abschneiden. Wer ohne Vorbereitung zur Säge greift, riskiert ein Aufreißen der Rinde bis tief in den Stamm. Die Schnittgröße ist dabei der entscheidende Faktor: Ab etwa dem Durchmesser eines Unterarms wird das Risiko, dass der Ast beim Fallen Holz mitreißt, zu groß für einen einzigen Schnitt. Abspannen ist dann die sicherere Methode.

Die Regel ist einfach: Je größer und schwerer der Ast, desto eher wird er abgespannt statt abgesägt. Ein abgespannter Ast hängt an einem Seil, das von oben oder seitlich gesichert wird. So kann er kontrolliert zu Boden gelassen werden. Beim Sägen ohne Sicherung kippt der Ast unkontrolliert, reißt Rinde ab und hinterlässt eine Wunde, die nur schwer verheilt.

Wann Abspannen die bessere Wahl ist Abspannen ist immer dann Pflicht, wenn der Ast über Gegenständen, Wegen oder Dächern hängt. Auch bei einem Durchmesser von mehr als etwa zehn Zentimetern sollte gespannt werden. Ein weiteres Kriterium: Wenn der Ast in einem Winkel wächst, der ein kontrolliertes Fallen unmöglich macht, ist die Säge allein zu gefährlich. Das Seil wird vor dem Schnitt befestigt, leichte Spannung aufgebaut und erst dann gesägt.

Der erste Blick gilt dem Trieb unterhalb der Blüte. Verfolgt man ihn nach unten, stößt man auf die Blattachseln. Dort sitzen kleine, oft rötlich gefärbte Knospen, die schlafenden Augen. Genau über einem kräftigen, nach außen weisenden Auge setzt man die Schere an. Nach außen heißt: in Richtung der vom Stamm abgewandten Seite, dorthin, wo später der neue Trieb Platz hat und nicht ins Innere des Busches wächst. Ein nach innen zeigendes Auge führt zu Trieben, die sich gegenseitig bedrängen, Licht wegnehmen und Pilzkrankheiten begünstigen.

Nach dem Abspannen wird der Ast langsam abgelassen. Der Schnitt am Stamm bleibt sauber, die Wunde kann verheilen. Wer diese Reihenfolge ignoriert, produziert Faulstellen und muss Jahre später den ganzen Stamm behandeln. Die Schnittgröße ist also kein Maß für Mut, http://flughafentransfer-Goeppingen.gmbh/index.php?title=Knospenansatz_Oder_Blattachsel:_wo_die_Schere_bei_Rosen_hingehört sondern für Vorsicht: Abspannen ist kein Umweg, sondern die schnellere und sauberere Lösung.

Ein weiterer typischer Fehler ist das Abreißen statt Abschneidens. Wird ein Ast mit der Säge nur angeritzt und dann abgebrochen, hängt ein langer Rindenstreifen am Stamm. Dieser Streifen blutet stark und heilt schlecht. Deshalb sollte der letzte Schnitt immer von der Klinge geführt werden, nicht vom Gewicht des Astes. Bei stark blutenden Gehölzen wird der Schnitt außerdem nicht in der Mittagszeit gesetzt, sondern am frühen Morgen, wenn der Saftdruck noch niedriger ist. Das reduziert die austretende Menge, ersetzt aber nicht die saubere Klinge.

Die richtige Technik beim Abspannen: Zuerst einen Entlastungsschnitt auf der Unterseite setzen, etwa eine Handbreit vom Stamm entfernt. Danach von oben durchsägen, bis der Ast fällt. Das Seil hält ihn. Wer den Ast nur mit einem Schnitt von oben trennt, riskiert, dass die Rinde am Stamm einreißt. Bei sehr großen Ästen wird in mehreren Schritten gesägt, ohne den Ast ganz zu durchtrennen, bis die Sicherung sitzt.

Wer den Saftfluss stoppen will, muss zuerst die Ursache des Ausfransens beseitigen. Die entscheidende Eigenschaft ist nicht die Klingenlänge, sondern die Schnittgeometrie. Eine fein gezahnte Säge mit geschränkten Zähnen und schmalem Blatt schneidet die Rinde durch, ohne sie zu zerren. Eine zu grobe Zahnung hingegen hakt im Gewebe, reißt Fasern heraus und hinterlässt eine fransige Kante. Für dickere Äste ab etwa fünf Zentimeter Durchmesser ist eine Säge mit japanischer Zahnung die bessere Wahl, weil sie auf Zug schneidet und das Holz nicht staucht.

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